Amrali
Auf den ersten Blick

Die Körpergröße streckt sich auf insgesamt 172 Halbfinger und damit durchschnittliches Mittelmaß, die ganze Gestalt erscheint hager an der Grenze zur Ausgemergeltheit.
Das blonde Schopfhaar ist kurz geschoren, betont damit die tief liegenden wasserblauen Augen und eingefallen wirkenden Wangen - aber vermutlich sind es die Narben, die eher den Blick auf sich ziehen und eine bewegte Vergangenheit erahnen lassen.
Die Mimik lässt oft eine gewisse Verbissheit erkennen, eine Intensität die an eine in die Ecke getriebene Ratte erinnert, deren einzige verbleibende Option die Offensive ist.
Eigenheiten und Merkmale
- Die lange Narbe am Hals zieht sich weiter über die Schulter und den Rücken, gesellt sich zu einer ganzen Anzahl gewöhnlich verborgener Spuren überstandener Kämpfe
- Wenn das Wetter wechselt, schmerzt der linke Arm oft in Erinnerung an einen Jahre zurückliegenden und nie ganz sauber verheilten Bruch
Hintergrund
- 427 geboren in Maethrin, Tochter der Hialess; Vater unbekannt
- 437 Tod der Mutter Hialess
- 447 Gefangennahme beim Besuch der nahegelegenen Stadt Angelmar
- 447/448 monatelange Verhöre, aus dieser Zeit stammt die Verletzung des linken Arms
- 449 Rückkehr nach Maethrin als Fremde, Streichung ihres Namens aus dem Buch der Gemeinschaft, Verbannung aus der Region
- 449-451 Zeit der Wanderung: Hausdienerin. Brückenbau. Steinbruch. Plantage. Eine Zeit in einem namenlosen Sumpfland mit keiner anderen Aufgabe als Blutegel zu sammeln. Dann wieder ein Haushalt. Sogar eine Arena, auch wenn es mehr ein Zirkus war als alles andere. Erneut ein Steinbruch. Eine Sägerei. Und dann die Seuche. Aus dieser Zeit stammen die Narben am Hals und Schädel.
- 451 Schwere Krankheit, die Levinerinnen scheren ihr den Kopf (wie bei allen anderen zu Behandelnden auch)
- 452 Schiffbruch auf dem Transport mit anderen Gefangenen, Ankunft an der Küste nahe Solgard, der neuen Welt
- Mutter Hialess (402 - 437)
- Vater unbekannt
- Halbruder unbekannt (* 424)
- Halbschwester Turah (* 425)
- Halbbruder unbekannt (* 429)
- Halbschwester Meifiah (* 432)
Gedanken und Meinungen
Orte
Die Stadt, die ich dieser Tage meine Heimat nenne. Ich habe nie zuvor eine Siedlung erlebt, bei der Innen- und Aussenbild soweit voneinander entfernt sind, die vereinfachten Annahmen über Politik und Macht werden dem tatsächlichen Wirrwarr, der Unordnung, in keinster Weise gerecht. Wenn es tatsächlich etwas gibt, das die Solgarder universell aneinander bindet, dann ist es nicht etwa der Glaube an den Herrn, sondern die seufzende Opferbereitschaft aus jeder Aufgabe eine Pflicht, eine Bürde zu machen, der man sich schliesslich ergeben, aber ohne Enthusiasmus stellt.
Die Verantwortung der Macht erscheint hier wie ein heisses Eisen, an dem man sich bereits zu oft die Finger verbrannt hat.
Ein Dorf, das davon träumt eine Stadt zu sein, verloren zwischen den Fronten anderer Mächte und damit unweigerlich ein einsamer Spielball ohne Freunde, wann immer es jemandem gefällt. Neutralität ist etwas, das nur aus einer Position von Stärke heraus funktioniert.
Ich habe die Mauern dieser Stadt noch nicht gesehen und hege auch keinen Wunsch etwas daran zu ändern.
Personen
Der Heermeister Solgards präsentiert die für mich verwirrende Vielschichtigkeit dieser Stadt auf das Beste. Er ist umgänglich und vielseitig interessiert, ich habe sogar Gerüchte gehört, dass er am Hafen eine Geliebte haben soll. Er betreibt eine Gaststube in der zwielichtige Elementaristen arbeiten (soweit ich vernahm) und ist gleichzeitig dafür verantwortlich die Sicherheit der Stadt zu gewährleisten. Er trägt seine Bürde und lächelt dabei. Nicht .. aufrichtig, aber bereit seine Bürde zu tragen.
Sie ist, zumindest auf den ersten Blick, völlig anders als meine Schwestern. Schwächlich, zerbrechlich, burschikos. Konzentriert auf Handwerk, weil es klaren, einfachen Regeln folgt, vorhersehbar, wie es kein Mensch je sein könnte. Der Stolz versteckt sich dahinter, wagt sich nur dann und wann einmal an die Oberfläche - oft nicht einmal dann, wenn es angebracht wäre.
Aber sie hat sich befreit aus widrigen Umständen, Entscheidungen getroffen, vor denen andere zurückgewichen wären. Wenn die Umstände im Chaos versinken, dann gibt auch die Maske nach und die Höflichkeit macht Platz für rohe Emotion.
Ich hätte sie nicht Schwester nennen sollen. Aber ich kann mich nicht dazu durchringen es zu bereuen.